Menschen mit Behinderung

Ich arbeite sehr gerne auch mit Menschen mit Behinderungen und habe mittlerweile grosse Erfahrung mit dem Themenbereich Sexualität und – vor allem geistige – Behinderung erlangt. Auch mit Menschen mit Behinderung – oder mit ihnen noch viel mehr – arbeite ich hauptsächlich körperlich erfahrbar, da sie diesbezüglich meist keine angebrachten Sozialisierungserfahrungen machen konnten.

Wichtige Themenbereiche sind u.a,
• Körperwahrnehmung – Erfahren des eigenen Körpers über Eigenberührung
• Berührung – Erfahrbar machen des Körpers über Aussenberührung
• Körpernähe – erfahren von herzlicher Nähe beim kuscheln, anlehnen oder umarmen
• Sprache – über Erfahren zur Sprache finden (Gefühle, Sexuelles, Körper…)
• Eigenraum – Erfahren und stärken des Eigenraumes, Ja/Nein, Nähe/Distanz
• Sexualität – Sexualpädagogisches, verknüpft mit praktischem Erleben

Ein wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist das Wahrnehmen und Einordnen des psychosexuellen Entwicklungsstandes. Nur so kann ich den Klienten oder die Klientin adäquat begleiten, und nur so können sie von Eltern und Betreuenden angemessen begleitet werden.

Menschen mit geistiger Behinderung werden körperlich erwachsen, bleiben geistig aber auf einer mehr oder weniger kindlichen Entwicklungsstufe stehen, oder ihre psychosexuelle Entwicklung geschieht teilweise mit grosser Verzögerung. Oftmals werden sie dadurch von BetreuerInnen und Eltern nicht als erwachsene, sexuelle Wesen wahrgenommen, sondern lebenslang wie Kinder behandelt. Dieses Ignorieren und oder Abwerten von allem Körperlich/Sexuellen kann von Verwirrung/gespalten sein (über das was sie ja auch fühlen), über (Auto) Aggressionen bis hin zu Depression führen.

Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein: Überforderung, indem nur das reelle Lebensalter berücksichtigt wird,  indem eigene Vorstellungen davon, was Sexualität ist, auf sie übertragen werden, oder indem nicht unterschieden wird, was stimmt mit dem Stand der psychosexuellen Entwicklung überein und was entspringt dem Wunsch «normal» zu sein. Solche Überforderung kann die selben Auswirkungen haben wie Negieren, und dazu noch Missbrauchsgefühle, da eine sexuelle Handlung oder Erfahrung nicht richtig eingeordnet werden kann.

Menschen mit körperlicher Behinderung hingegen wird die Sexualität abgesprochen, weil ihr Körper als zu wenig attraktiv eingestuft, oder überhaupt nur in Zusammenhang mit Operationen und Therapien wahrgenommen wird. Für sie kann sexuell absichtslose Berührung eine Möglichkeit sein, die individuelle Schönheit ihres Körpers spürbar zu machen, und so auch ihre sexuelle Identität zu stärken.

Menschen, die durch Unfall oder Krankheit eine Behinderung haben, ermöglicht Berührung ein neu Entdecken ihres Körpers und ihrer Sexualität.

Auch Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen gehören zu meinen KlientInnen. Für sie ist es oft ein Schlüsselerlebnis, für Momente in die Entspannung und Stille zu tauchen und dort gehalten zu sein.