Tolerierter Missbrauch

Wie viele Menschen müssen einen bestimmten Weg beschreiten, damit etwas zum Trend erklärt wird? Oder muss ganz einfach prominent und wiederholt über diesen Weg berichtet werden, damit diese Wanderung sozusagen trendig wird? Und warum wird der einen Wanderung Platz eingeräumt und der anderen nicht. letzte Woche am Beispiel «Mingles» versus die Auswirkungen von erschlichenen Küssen bei Kindern. Weiterlesen

Von Verrichtungsboxen und Kopftüchern

Was haben Verrichtungsboxen mit Kopftüchern gemeinsam? Auf den ersten Blick nichts, beim zweiten Blick scheint es mir, dass einmal mehr die Männer als willenlose Wesen und insbesondere die männliche Sexualität als versaut und rein Trieb gesteuert, und die Frauen als jederzeit verfügbar und als das Verderben in Person dargestellt werden. Weiterlesen

Wie oben so unten

«Am liebsten hätte ich nur schöne Leute um mich», wird ein Schönheitschirurg im Tagesanzeiger zitiert, und ich frage mich, warum sich die Journalistin wohl schämt, unterwegs zum Interview nach dem Weg zur Praxis zu fragen, aber nicht, solche menschenverachtenden Aussagen eines Arztes auch zu veröffentlichen. Weiterlesen

The Sessions

Gestern bin ich endlich dazu gekommen, den vielbesprochenen Film «The Sessions» * anzuschauen. Vieles hat mich sehr berührt, anderes hat Fragen aufgeworfen. Nicht nur zum Film, sondern auch zum Umgang in der Gesellschaft mit dem Thema Sexualität, oder zu den Begriffsverwirrungen rund um Berufe die sich mit dem Thema befassen. Weiterlesen

Höfliches Ingnorieren ist Toleranz der Unhöflichkeit

Ein Interview mit dem Autor eines neuen Benimmführers hat für mich Kurioses zu Tage gebracht: Spuckende und andere Rüpel sollen ignoriert werden, dafür ist es äusserst wichtig, dass bei Tische ein Brötchen gebrochen und nicht etwa geschnitten, oder Gott bewahre, gar herzhaft reingebissen wird. Weiterlesen

Kens Geheimnis

Seit Jahren touren die Chippendales, die strippenden Muskelpakete,  durch die Welt. Vor 14 Jahren, damals noch Redaktorin bei der Züri Woche,  war ich auch unter den Zuschauerinnen. Als ich heute im Züri Tipp über die Gründungsgeschichte der Stripper las, war ich neugierig, was ich damals über die Show schrieb, und kramte in der Kiste mit den Belegexemplaren herum. Weiterlesen

Wir lassen Ihre Schönheit erblühen –

Oder: Warum Frauenverstümmelung im Trend liegt. Ach so, nein so stand das natürlich nicht im Inserat, das soeben im Migros-Magazin geschaltet war. Nein, nein da erklärt Frau Doktor Schendel die immer populärer werdende Intimchirurgie. Na warum wohl wird auch die immer populärer? Zum Beispiel, weil Zeitungen wie das Migros-Magazin solche Anzeigen schalten und weil Medien unreflektiert Berichte über solche «Trends» veröffentlichen. Eine Prise Sex ist ja schliesslich immer gut für’s Geschäft. Weiterlesen

G-Punkt-Massage

In ihrer DVD zeigt Nhanga Ch. Grunow, die deutsche Expertin der intimen Frauen-Massage, wie die Genitalregion der Frau sexuell absichtslos massiert und der G-Punkt lokalisiert und geweckt werden kann. In einer Zeit, in der sich die Wissenschaft über Sein oder nicht Sein dieses Frauenorgans streitet und sich Pressemeldungen im Stundentakt darüber abwechseln «ja es gibt ihn», «nein es gibt ihn doch nicht»,  ist das ein wichtiger Beitrag für die Frau. Weiterlesen

Offener Brief an meine Krankenkasse

Besten Dank für Ihr Schreiben vom Oktober 2011, das Sie meiner neuen Krankenkassenpolice beigelegt haben. Sie glauben, dass meine Wahl der Krankenkasse auf «Bauchgefühl und Fakten» beruhe, und Sie wollen mir, indem ich Sie «als Partner» gewählt habe, einen «wichtigen Teil der Verantwortung abnehmen». Damit bin ich gar nicht einverstanden. Weiterlesen

Wo bleibt die Verantwortung?

Die 42-jährige Renata Juras legt die Rechtfertigung ihres Missbrauchs am 13–jährigen Ervin in Buchform vor. Missbrauch unter dem Deckmantel Liebe, würde ich dieses Gesülze nennen. Ein Verlag bringt dieses Buch heraus, Zeitungen stellen es vor, ohne das Verbrechen beim Namen zu nennen, die Mutter akzeptiert den Missbrauch. Geschichte einer modernen Tragödie. Weiterlesen

Ganz Mensch sein

Positiv denken und damit «negative» Gefühle und Gedanken zu verdrängen galt lange als erstrebenswert. Nun schlägt das Pendel auf die andere Seite. Im gestrigen Sonntags Blick wird empfohlen seine Wut am unbekannten Velofahrer auszulassen, seine Fähigkeit zur Trauer am Mord von John F. Kennedy zu erproben, oder Neid am Besitz von Stars auszuleben. Und wem die Fantasie für eigene Wut-, Trauer- oder Neid-Szenarien fehle, wird tägliches Soap-Schauen empfohlen. «Heulen Sie mit, leiden Sie mit, freuen Sie sich mit», wird der Psychiater Jakob Bösch zitiert. Ich plädiere viel eher dafür, die Gefühle mit den anderen Ebenen des Mensch-Seins zu verbinden. Basis dafür ist der Körper. Weiterlesen

Pelztragen ist Ansichtssache

Unten ohne sei In und geschoren beschere erst noch den bessern Sex, ist allenthalben zu lesen. Aber dass durch den genitalen Haar-Kahlschlag die Vulva mit ihren vielfältigen möglichen Ausprägungen erst so richtig zur Geltung kommt und dass sich dadurch immer mehr Frauen für ihr Erwachsenen-Genital schämen, das interessiert die Lifestyle-Journalisten, die locker die frohe Kahlschlag Botschaft verbreiten, nicht. Und wie besserer Sex mit schambehafteten Genitalien möglich ist, diese Erklärung bleiben sie der Leserschaft auch schuldig.

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Die Unlust des Mannes

In «Das Magazin» wurde letzthin die neue Unlust des Mannes thematisiert. Befragt wurden, wie bei solchen Themen üblich, vorwiegend Sexualmediziner und Hormonspezialisten. Sexualität in einer Beziehung lässt sich jedoch weder rein hormonell, akademisch/wissenschaftlich noch psychologisch erfassen. Denn in einer Beziehung umfasst Sexualität alle Bereiche des Mensch-Seins und des Lebens.

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Soll ich sagen, dass ich fremdging?

In Ratgeberkolumnen eine oft gestellte Frage. Auch ich werde in der Praxis damit konfrontiert. Während die RatgeberkolumnistInnen einander abzuschreiben scheinen, und diesen «Wunsch zur Beichte» damit abtun, dass damit nur der Partner oder die Partnerin unnötig belastet wird, und dadurch das eigene schlechte Gewissen beruhigt werden soll,  sehe ich diese Frage in einem etwas anderen Licht.

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Bundesrat begrüsst Strafnorm gegen Genitalverstümmelung

Selbstverständlich ist es begrüssenswert, dass eine separate Strafnorm die Verstümmelung der weiblichen Genitalien in der Schweiz verbieten soll. Nur, was fällt unter den Begriff Genitalverstümmelung? Werden darunter auch die unnötigen genitalen Lifestyle-Eingriffe, die von Gynäkologen und Schönheitschirurginnen ganz legal angeboten werden, fallen? Weiterlesen

Juso-Forderung: Porno in der Schule

Die Juso arbeiten derzeit an einem Positionspapier, das einen neuen Umgang mit Pornographie fordert. Pointierteste Forderung: 10 bis 12 Jährige Kinder sollen im Sexualkundeunterricht Hardcore Pornos vorgesetzt bekommen, um den adäquaten Umgang damit zu erlernen. Eine Forderung, die deutlich macht, wie hilflos und unbedarft zum Teil mit den Thema Pornographie umgegangen wird.

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