Knabenverstümmelung: Am Tabu wird gerüttelt

Ein deutsches Gericht hat diese Woche in zweiter Instanz die rituelle Knabenbeschneidung als Körperverletzung taxiert, da der Eingriff den Körper dauerhaft und irreparabel verändere. 

Vor über 30 Jahren arbeitete ich im Rahmen meiner  Ausbildung in einem Zürcher Privatspital als Praktikantin auf der Wöchnerinnen-Abteilung. Wenn jeweils der Beschneider kam, versuchten wir Praktikantinnen uns möglichst aus dem Säuglingszimmer, wo «die Prozedur» stattfand, zu verdrücken. Es war so brutal, wie diese kleinen Knaben festgehalten und so mir nichts dir nichts eines Stückchens ihres intimsten Körperteils beraubt wurden. Natürlich wurden sie nicht gefragt, natürlich konnten sie nichts dazu sagen. Nur schreien, ganz grauenhaft schreien.

Heute in der Praxis werde ich manchmal mit dieser Thematik konfrontiert. Der erwachsene Mann, der diesen Verlust betrauern, oder  einmal seine Wut darüber zum Ausdruck zu bringen möchte, dass er als Säugling ungefragt und unnötigerweise versehrt wurde.

Ich finde es an der Zeit, dass an diesem Tabu gerüttelt, und dass diese Diskussion öffentlich geführt wird. Ich möchte hier nicht mehr dazu schreiben, sondern auf einen Artikel von Claude Jaermann verweisen, der in der Zeitschrift Spuren veröffentlicht wurde. http://www.spuren.ch/archiv/archiv_comments/970_0_82_0_C/

 

Ein Gedanke zu “Knabenverstümmelung: Am Tabu wird gerüttelt

  1. Als ich den Text von Claude Jaermann lass, wünschte ich mir so sehr, es gäbe endlich eine Update Version der Herren: Stammvater Abraham, Prophet Mohammed, Lewis Sayre usw. und der Bücher: Bibel, Koran & Co.
    Dass diese alle eine Aktualisierung erfahren würden, in der die Textstellen, in denen gemordet, verachtet, vergewaltigt und verstümmelt wird gelöscht würden.
    Neuausgaben geschrieben werden, in denen der Mensch wirklich geachtet und respektiert wird. Wir uns auf Quellen, die den Menschen entsprechen berufen – nicht mehr auf die alte Barbarei.

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