Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen mit Körperarbeit, habe ich eine therapeutische Genital-Massage entwickelt, die sich vor allem für Frauen eignet, da das weibliche Genital teilweise im Körperinneren liegt, und somit oft nicht genügend im Nervensystem verankert ist.
Bei Männern reicht meist das segnende Hand auflegen.

Therapeutische Massage im Genitalbereich sind Berührungen ohne sexuelle Absicht, d.h. ich folge nicht der Erregungsenergie, sondern den Gewebebewegungen. Während der Massage bin ich in verbalem Kontakt mit der Klientin und ermutige zum wahrnehmen, atmen und entspannen. Ganz gezielt nehme ich die Themen auf, die sich in dieser spiegelnden Berührung zeigen.

Am wichtigsten scheint mir dabei das segnende Element zu sein; ja du bist Frau, ja du bist Mann – und alles ist in Ordnung so. Diese positive Spiegelung macht es oft erst möglich, dass die Klientin/der Klient den Genitalbereich als Teil des Körpers wahrnehmen und sich den ihm innewohnenden Empfindungen widmen kann.

Je nach Themenbereich ist vorgängig eine aufbauende, vorbereitende therapeutische Begleitung notwendig, wie beispielsweise Schulung der Körperwahrnehmung, ein Berührungstraining, aufbauen des Eigenraumes etc notwendig, damit die therapeutischen Genitalmassage überhaupt Sinn macht.

Frauen

Es ist wichtig, dass Sie mir vor der Massage mitteilen, wenn Sie sexuelle Gewalt oder Missbrauch erlebt haben.

Zum Ablauf: Nachdem ich Ihren ganzen Körper sanft massiert, und Sie dann mit einem warmen Tuch zugedeckt habe, frage ich noch einmal, ob Sie sich eine Massage im Genitalbereich vorstellen können. Falls nein, leite ich eine geführte Reise durch die Genitalien an. Wenn ja, massiere vorerst nur die Vulva, (äusseres Genital) und benenne jeden massierten Bereich, so dass Orientierung möglich wird. Manchmal reicht das fürs Erste.

Bei der Massage der Vagina (inneres Genital) dringe ich nicht aktiv in diesen Frauenraum ein, sondern warte, bis Sie meinen Finger einlassen wollen. Wenn das nicht möglich ist, verweile ich genau an dieser von Ihnen gesetzten Grenze.  Auch im Vaginalraum mache ich meist kaum aktive Bewegungen, sondern lasse mich vom Genitalgewebe leiten, und spüre Verhärtungen oder Narben auf, und bleibe mit Ihnen im verbalen Kontakt.

Es kann tief berühren und erleichtern, vielleicht zum ersten Mal mit Ihren ureigenen genitalen Empfindungen konfrontiert zu sein, weil ich nichts Bestimmtes erwarte. Eine Frau bedankte sich nach der Massage damit: «Danke, dass ich einmal wirklich nackt sein durfte.»

Eine solche Massage kann Gefühle auslösen, oder überhaupt erst ins Bewusstsein bringen, dass keine genitale Wahrnehmung vorhanden ist usw. Ich nehme das auf. Durch eine wirklich absichtslos und wertschätzend ausgeführte Genital-Massage können sich mit der Zeit Traumatisierungen des Vaginalgewebes, entstanden durch Missbrauch, nicht wirklich gewollten Geschlechtsverkehr, Geburten, Abtreibungen, Achtlosigkeit mit sich selber, usw. lösen.

Auch bei Vaginismus oder schmerzhaftem Geschlechtsverkehr, der nicht auf Erkrankungen wie Pilze, Infektionen etc. zurückzuführen ist, können Genital-Massagen verbunden mit konkreten Übungs-Anleitungen, der Frau erfahrbar machen, wie sie gezielt ihr Gewebe entspannen, wie sie sich im Jetzt orientieren oder worauf sie beim Geschlechtsverkehr achten kann.

Männer

Da das männliche Genital ausserhalb des Körpers liegt, haben Männer meist einen näheren Bezug dazu, das heisst, da sie ihr Genital täglich berühren, ist es im Nervensystem besser verknüpft. So reicht es, dass ich nach einer Massage segnend meine Hand auflege, einfach um spürbar zu machen, dass alles in Ordnung ist; dass zum Männerkörper ein Penis gehört. Es kann einen Mann tief berühren und erleichtern, die wertschätzende Berührung und Haltung einer Frau zu spüren.

Indikationen des Hand auflegens:

krankhafter Zeigedrang
vorzeitiger oder verzögerter Samenerguss
sexueller Missbrauch
Abwertung des Mann seins
sexuelles Suchtverhalten