«Ich möchte mit meinem Mann Analverkehr probieren, worauf müssen wir achten? Oral verwöhnen wir uns bereits, auch Anal, kann man sich damit eigentlich irgendwie anstecken? Und wie ist es mit Aids?», fragt Franca.

Langsamkeit und Sauberkeit

Der Anus besteht aus zwei ringförmigen Muskeln, dem äusseren und dem inneren Schliessmuskel. Der Äussere kann jederzeit entspannt werden, im Gegensatz zum Inneren, der nicht der willentlichen Kontrolle unterliegt. Ist jemand verkrampft, zieht er sich zusammen, und jeder Versuch, etwas einzuführen schmerzt, und kann zu Verletzungen führen. Aus diesem Grund ist Langsamkeit bei analem Sex oberstes Gebot. Weiter ist Sauberkeit eine Voraussetzung für alle analen Spiele. Und da der Anus keine natürliche Feuchte hat, ist es auch ganz wichtig, reichlich Gleitmittel zu verwenden. Am besten ein wasserlösliches, das zusammen mit Latex-Produkten angewendet werden kann.

Saver Sex

In losen Beziehungen birgt ungeschützter Analverkehr ein sehr hohes Risiko für beide Beteiligten, sich mit dem HI-Virus zu infizieren. Also unbedingt mit Kondom! In einer festen Beziehung kann es aus Hygienegründen sinnvoll sein, eins zu benutzen. Denn der Darm ist von Bakterien besiedelt, die ausserhalb nichts zu suchen haben. Auch Darmparasiten und Hepatitis können durch Analverkehr oder oralen Analkontakt übertragen werden. Für oralen Analsex empfiehlt es sich deshalb, Latex Tücher zu verwenden. Notfalls tut’s auch ein aufgeschnittenes Kondom. Und wichtig: Alles was mit dem Anus in Kontakt kommt, sollte gründlich gewaschen, oder weg geworfen werden, bevor es mit dem Mund oder der Vagina in Kontakt kommt.

Exakte Kommunikation

Anale Spielereien beginnen bei der Rosette. Sie wird mit gut geschmiertem, evtl. behandschuhten Finger umkreist und umschmeichelt. Für viele Menschen kann das vorerst schon einmal genug sein, denn die heftigen Gefühle, die in dieser höchst erogenen Zone ausgelöst werden, können anfänglich fast zu viel sein.

Falls das ok kommt, weiter zu machen, ist es wichtig, nichts mit Gewalt zu tun. Der Finger, (oder der Penis oder das Toy) streichelt weiter an der Rosette, und verweilt mit sanftem Druck am Eingang. Am besten ist es, darauf zu warten, dass der Finger quasi «eingesogen» wird. Ist der äussere Schliessmuskel passiert, gilt es wieder zu verweilen, bis die Bereitschaft weiter zu gehen, durch die Entspannung des inneren Schliessmuskels signalisiert wird. Dabei ist die Kommunikation wichtig. «Warte noch, bleib da, geh ein bisschen zurück.» Und es ist klar, dass der oder die Gebende sich genau daran hält.