«Ich lebte anderthalb Jahre in Brasilien. Was mir dort aufgefallen ist: Die Frauen strahlen etwas aus, hier würde man es wohl Erotic nennen, dort ist es etwas ganz anderes. Ich kann es nicht in Worten schreiben. Ein Blick genügt manchmal. So etwas sehe ich in Zürich nicht. Und noch etwas, die Frauen dort haben keine Scheu ihre Formen zu zeigen. Sei es etwas mehr Bauch oder Po. Ich finde es herrlich, solche Frauen nur zu sehen. Natürlich, meine Freundin beklagt sich, ich sei nicht normal, «hast du eigentlich nie genug». Aber das weibliche Wesen ist für mich das schönste was es auf der Welt gibt», schreibt der 70 jährige Franz Lauper (Name geändert)

Eigene Lustquelle

Sie sprechen etwas an, was viele Frauen nicht verstehen können. Einerseits haben viele Männer es verlernt, diese Anziehung, oder die weibliche Schönheit ganz einfach anzuerkennen, und dann auch wieder ziehen zu lassen. Vielmehr bewerten sie Frauen, und benutzen sie, um an ihre eigenen sexuellen Gefühle zu kommen, bzw. sie geilen sich an der Frau auf. Das ist für viele Frauen unangenehm, denn dazu sind sie nicht da. Es könnte darum gehen, dass Männer lernen, an ihre ureigenen Lustquellen zu gelangen, statt Frauen dafür zu gebrauchen.

Andererseits gibt es natürlich Frauen, die ihr Selbstwertgefühl, einzig aus der Aufmerk- samkeit des Mannes nähren. Aber vor lauter Diäten und Modestylings bleibt dann oft nicht mehr viel von ihrer wirklichen Weiblichkeit übrig, so dass sie auch nicht nachvollziehen können, dass sie für Männer, auch mit ein paar Kilos zu viel, nicht mehr ganz junger Haut, einer hängenden Brust usw., schön und begehrenswert sein könnten Und gilt dann seine Aufmerksamkeit mal für Momente einer anderen Frau, kann das schnell zur Bedrohung werden.

An anderen Quellen nähren

Anders sieht es aus, wenn eine Frau in ihrer Kraft ist. Sie wird einen Männerblick mit einem inneren Wissen erwidern. Das ist es wahrscheinlich, was Sie nicht in Worten beschreiben können. Die Frau wird wissen, dass dieser Blick keine Abwertung ihres Körpers sein muss, und auch keine Bedrohung ihrer Integrität. Sie wird wissen, dass sie nicht ausgeliefert ist, sondern dass sie selber bestimmt. Und weil sie ihr Selbstwertgefühl an anderen Quellen speist, ist sie von diesen Blicken auch nicht abhängig. Wenn Frauen und Männer wieder vermehrt zur ursprünglichen Anziehung zurückfinden könnten, wäre einiges im alltäglichen Umgang einfacher und freudiger.