«Im Fernsehen wurde über einen Grossuntersuch amerikanischer und englischer Frauenärztinnen berichtet. Es ging um die erogenen Zonen der Frau. Die Frauen mussten einzeln in einen Raum. Danach wurden einige interviewt. Zwei über 80-Jährige meinten, sie hätten sich nicht vorstellen können, dass es ein so schönes Erlebnis geben könne. Haben Sie Kenntnis von dieser Studie? Es sollte doch möglich sein, ohne zu grosse Anstrengung Orgasmen erleben zu können, ohne einen intimen Kontakt mit einem Mann. Bei der jetzigen Moral ist ein Verhältnis mit einem Mann ein grosses Risiko krank zu werden. Und doch wäre es für über 60-jährige Witwen für die Gesundheit wichtig, gefahrlos Orgasmen erleben zu können» , schreibt Martha Wäschle (Name geändert)

Erogene Zonen erkunden

Über den Fernsehbeitrag und die Studie weiss ich nichts. Vielleicht weiss eine Leserin oder ein Leser mehr? Danke.

Selbstbefriedigung ist der Weg zu den Orgasmen ohne Partner oder Partnerin. Machen Sie sich selber auf die Suche nach Ihren erogenen Zonen. Nehmen Sie sich immer wieder Zeit, und entdecken Sie Ihren ganzen Körper so, wie wenn Sie ihn noch nie berührt hätten. Für das Erkunden des Intimbereichs nehmen Sie ein Gleitmittel. Denken Sie noch gar nicht an den Orgasmus, sondern spüren Sie nur, wie sich die Berührungen anfühlen, was Sie besonders mögen, und geben Sie sich das auch. Wenn Sie wissen, welche Stimulation Sie brauchen, um einen Orgasmus auszulösen, können Sie auch mal Hilfsmittel einsetzen. Viele Frauen, die Klitoris-Stimulation mögen, schwören auf Fibrator, oder Duschbrause. Frauen, die lieber, oder zusätzlich, G-Punkt-Stimulation haben, greifen zu einem Dildo. Sich als ältere Frau so was anzuschaffen, braucht vielleicht etwas Mut. In der Condomeria z.B. gibt es nette Beratung.

Safer Sex statt Verzicht

Aber ist es nicht schade, sich im Alter einer neuen Beziehung zu verschliessen, nur aus Angst vor einer möglichen Ansteckung? Ich nehme an, Sie denken vor allem an HIV und Aids. Für ältere Menschen gelten die gleichen Safer Sex Regeln wie für die Jungen auch. Und auch ältere Menschen sollten, wenn es Risikosituationen gegeben hat in ihrem Leben, einen HIV-Antikörpertest machen, wenn sie eine neue Beziehung eingehen. Die Aids Hilfe hat ein Beratungstelefon.

Im Alter kann der Umgang mit Präservativen etwas schwieriger werden. Wenn eine Erektion nicht mehr so fest ist, oder kommt und geht, kann es oft lustvoller sein, nicht eindringende Formen der Sexualität zu geniessen, statt sich mit einem Präservativ abzumühen.

  • Zürcher Aids Hilfe, Tel. 044 455 59 00
  • Condomeria, Münstergasse 27, Tel. 044 261 45 49