Warum,warum,warum?

Die Frage «warum» verhindert Lösungen auf einer alltäglichen und praktischen Ebene.

«Warum gerade ich?», «Warum ist etwas so und so?», «Warum habe ich ausgerechnet diesen Mann geheiratet?», usw.  Die Frage «warum» mag auf einer analytischen wissenschaftlichen Ebene  Motor sein um zu forschen, aber auf der alltäglichen menschlichen Ebene taugt sie nichts.  «Warum» ist analytisch und nicht konstruktiv. Im Alltag ist jedoch Konstruktives gefragt. Anstatt «warum gerade ich», bringt es viel mehr einfach festzustellen und zu entscheiden, was ist jetzt und wie gehe ich damit um.

«Warum» lässt ein Paar nächtelang diskutieren, warum sie immer so eingeschnappt ist, warum er immer so wortkarg ist, warum sie immer alles besser weiss, warum er immer Sex will. Aha, ich bin eingeschnappt, wie komme ich da wieder raus? Aha ich kann einfach nichts sagen, was könnte dazu beitragen, dass es einfacher wird? Aha, sie muss das letzte Wort haben, stört mich das, oder kann ich es ihr souverän gewähren? Aha er möchte jetzt gerne Sex, kann ich mich darauf einlassen?

Sich zu fragen, was tu ich mit einer Situation, erfordert Selbstwahrnehmung und Selbstverantwortung. Die Frage «warum» dient leider nur zu oft dazu, endlose Ausreden zu kreieren, und im alten Mist hocken zu bleiben. Eine mögliche Antwort auf ein Warum verleiht eine Pseudo-Sicherheit: Aha, jetzt weiss sich warum und alles hat seine Ordnung, ist im Schubladen eingereiht. Und dann?

Ich persönlich spüre viel lieber einfach hin was ist jetzt, wie fühlt sich das an, was habe ich jetzt gerade zu tun? Und dann tu ich es einfach, ohne lange zu fragen «warum gerade ich?», oder «warum schon wieder ich?». Aber ich gebe zu, manchmal ist die Frage «warum» viel verlockender als «was fordert das Leben jetzt gerade von mir?». Manchmal ist es verlockend, die Verantwortung abzugeben oder auf ein uraltes Gestern zu schieben. Aber will ich das?

28 Gedanken zu “Warum,warum,warum?

  1. Nein das will ich auch nicht,aber man muss doch all die Schiksale verarbeiten wo man erlebt hat,denn verdrängt habe ich sie bis ich 39 Jahre alt war und es hat mich nicht weiter gebracht,sondern immer nur das Negative hat mich angezogen.Es ist verdammt schwer zu spüren was jetzt ist und auch im JETZT zu bleiben,wenn einem die Vergangenheit immer wieder so kark einholt.Es hört sich alles so einfach an hier im Blog,die Beiträge und Ratschläge die ich sehr gerne annehme und auch immer wieder versuche umzusetzen.Doch wenn man nie gelernt hat zu laufen dann muss man es zuerst lernen,und das geht nicht von heute auf morgen.
    Und so frage ich mich auch immer wieder,warum wurde ich mit fünf Jahren missbraucht sieben verdammte Jahre,warum ist meine erste grosse Liebe mit 18 Jahren gestorben,warum hat sich mêin jüngerer Bruder sich das Leben genommen,warum wurde ich vergewaltigt????????????? Bekommen wir nie eine Antwort auf unsere Fragen,müssen wir das einfach akzeptieren?Ja es ist wirklich so schwer sich die Frage WARUM nicht zu stellen.

  2. Das ist ein wirklich gutes und sehr wichtiges Thema.Das „Warum“ ist sehr hilfreich, um in die Opfersituation zu kommen und zu bleiben.Keine erstrebenswerte Sache.Auch ich war tief drin und nun immer mehr draussen.Als Kind war ich neugierig und wollte alles wissen.Ich wollte alles verstehen und wissen warum,wieso das so oder anders ist.Was steckt dahinter.Es war ein Leidensweg.Der Glaube gab mir immer wieder Kraft und Hilfe das zu ertragen,es anzunehmen und da durchzugehen.Damals dachte ich ok, ist jetzt halt mein Weg, das zu ertragen und hinzunehemn, ich verdiene wohl nichts besser, fühlte mich ja auch nicht liebenswert.Die schlechten Gefühle habe ich alle unterdrückt, ich war ein niemand, ich fühlte mich für alles schuldig.War eine Marionette.Damals war es gut so, denn ich hatte so schlimmeres verhindert.Etwa um die 30 habe ich angefangen zu fragen: was will mir dieses Problem, diese Situation lehren, wie kann ich besser damit umgehen.Diese Frage stellte ich oft noch oben und ich bekam mit der Zeit immer mehr Erkenntnisse.In dieser Zeit habe ich mit Reiki angefangen um mich selber zu lieben und zu akzeptieren.Daraus wachste das Interesse an den geistigen Gesetzen, die mir viele Aha Erlebnisse brachten.
    Das Leben ist eine Lebensschule und wir haben es in der Hand, gewisse Sachen selber zu verbessern, zu ändern.Wir sind nicht so ausgeliefert wie wir meinen.Wir bekommen auch Hilfe von aussen in der realen Welt.Für mich ist es kein „Zufall“ (eben zugefallen), dass ich auf Marlise Santiago gestossen bin.Denn wenn ich bereit bin, ja sage zu mir, etwas verändern möchte, begegnet man automatisch Menschen die einem unterstützen.Ich muss natürlich wollen und einen Schritt auf die anderen zu gehen :-)Für mich sind Marlies Santiagos Erfahrungen, Tipps, Methoden, Therapien…der beste Weg noch mehr mein Leben bewusster zu leben,zu mir zu stehen,mein Leben in die Hand zu nehmen.Natürlich gibt es viele andere wertvolle Menschen die unterstützend da sind.Man spürt es einfach, wenn es stimmt.Ich stecke im Moment in einer Situation, wo ich glücklicherweise das Zeitgefäss habe, mich alten und jetztigen schmerzvollen, happigen Erfahrungen und Situationen zu stellen, da durchzugehen.Ich hab natürlich dazu professionelle Hilfe.In jeder schwierigen Lebenssituation steckt ein Geschenk für mich dahinter, wenn ich mich der Situation stelle,habe ich die Erfahrung gemacht, dass daraus etwas wunderbares Neues entstanden ist.Die kleinen Schritte machen Freude, stärken das Selbstbewusstsein und es wird immer ein bisschen besser und besser.Auch ich habe natürlich Rückschläge und Tiefgänge.Mir ist bewusst, dass es immer wieder schwierige Situationen geben wird.Ich werde jedoch in Zukunft besser damit umgehen können.Das Leben besteht ja nicht nur aus Harmonie,Liebe, Freude, Eierkuchen…:-).Wäre ja eigentlich schon fast langweilig.Nicht wahr?Solche intensive Gefühle, Erfahrungen sind ja im grundegenommen recht aufregend,abenteuerlich,abwechslungsreich ja im nachhinhein schon fast theatralisch lustig, wenn man das mal ein bisschen von Distanz ohne zu bewerten anschaut.Im Kino liebe ich emotionale Filme und kann darüber lachen, doch selber finde ich es auch nicht zum lachen, wenn ich voll drin stecke.Das wäre eigentlich toll, wenn ich mitten im Drama aussteigen könnte und dabei noch über mich selber lache…Hat das wohl schon jemand erlebt? 🙂
    Ich habe beobachtet,je tiefer und schmerzvoller die Erfahrungen waren,desto mehr kann ich auch Freude, Glückseligkeit und Liebe empfinden.Seht ihr das auch so?In der Kürze liegt die Würze.Wurde heute etwas länger 🙂

  3. Mit den Wörtern verarbeiten, ausleben und verdrängen habe ich Mühe. Müssen wir alles Erlebte verarbeiten, alles unterdrückte ausleben? Ist verdrängen etwas Schlimmes?

    Ich denke jeder Mensch darf selber herausfinden wie er mit den negativen und verletzenden Erlebnissen umgeht. Was ihn darin unterstützt und gut tut, dass er trotz den schlechten Erfahrungen, Freude am jetzigen Leben finden kann, mit den Hochs und Tiefs klar kommt. Da kann auch ein „Verdrängen“ oder nur ein kurzes Hin spüren hilfreich sein. Es muss nicht schmerzvoll oder dramatisch sein, das braucht eventuell nur viel Kraft

    Mit der Frage warum, habe ich gemerkt – sie bringt mich nicht weiter, egal ob ich eine Antwort finde oder nicht. Die Probleme und Erlebnisse sind die gleichen mit oder ohne Antwort. Ganz schlecht ist es für mich, wenn ich in das grübelnde Warum komme.
    Da hilft es mir zu denken, es war wie es war, jetzt ist jetzt, nehme das Jetzt an und überlege mir wie weiter. Für das Weitergehen hole ich mir Hilfe. Manchmal motze und schimpfe ich trotzdem über die angebotene Hilfe und finde es ist gar keine Hilfe, so leicht ist das Leben nicht…, alles ist so schwer… usw. Meistens stelle ich später fest, es war die beste Hilfe, wegen den vielen Warum’s wurde alles so enorm schwer, darum habe ich die Hilfe gar nicht gehört/gemerkt.

  4. Hallo zusammen, Ja das warum stellt sich bei mir auch wieder in den Raum. Ein sexualisierter Satz, halb im Spass, kann reichen, dass mir der Appetit vergeht. wollte weglaufen, Ihm die Ohren langziehen, oder Ihm eine Knallen. Ich liess es aber sein, lehnte mich zurück, und sagte, mir sei der Appetit vergangen. Ich war total blockiert, und konnte nichts mehr sagen, wie gelähmt. habe mich verletzt. Am anderen Tag sah er es.
    Warum muss ich Ihm sagen wann, wie und wo ich mich verletzt habe? Es erstaunte mich doch sehr dass er das nicht früher gemerkt hat, da es doch offensichtlich war.
    Warum darf er mir sachen an den Kopf werfen, obwohl er weiss dass ich darauf allergisch reagiere?
    Warum will er mit mir einen Film schauen, wo es um Vergewaltigung geht?
    Warum darf er beleidigt sein wenn ich mich selber verletzte? Es ist übrigens mein Arm, und damit mache ich was ich will.
    Warum ist er sauer wenn ich mich betrinke?
    Also er darf und ich nicht!!! so macht es keinen Spass, und vor allem nicht zu lebeb…
    Zum Glück mache ich eine Umschulung, so muss ich Ihn nicht den ganzen Tag sehen.
    Gruss S

    • Hallo S
      Ich bin ein begeisterter Blogleser vom Santiagoblog. Ich fände es schade, wenn dieser Blog zu einer Hass und Enttäuschung Ablageort würde. Muss alles so destruktiv sein?

      Liest Du und schreibst du mit, weil dich die hilfreichen Beiträge interessieren und dir helfen? Gute hilfreiche Tipps zum Ausprobieren? Oder zum Frust, Hass und Enttäuschungen nieder zu schreiben?

      Hass und Abwertung gegenüber den Blogschreiberinnen und Blgoschreiber, deinem Mann und somit allen Männern, dem Leben der Freude?
      Ich kenne Frau M. Santiago nicht persönlich, aber ich schätze ihre Arbeit, ihr Buch, ihren Blog und ihre Artikel aus Tagblatt und der Züriwoche.

      Ich bewundere genau ihre hilfreiche Art, ihre positive Einstellung gegenüber allen Menschen und dem Leben. Dies finde ich hat Respekt und Wertschätzung verdient. Danke*

      Herzliche Grüsse Hansruedi

      • Hallo Hansruedi, ich gebe Dir insofern recht, dass es nicht immer destruktiv sein muss, und dass die Arbeit von Frau Santiago respekt verdient. Aber es nicht immer einfach immer positiv durchs Leben zu gehen mit einem lachen im Gesicht. Und es ist so dass ich seit einiger Zeit eine Krise habe, und nicht weiss wie ich damit umgehen soll. Es ist ist auf keinen Fall Hass gegenüber den Blogschreibern und den Männern mit Freude am Leben, damit hat es nichts zu tun!!!

        Gruss S

  5. Sali S
    Danke für Deine Antwort. Ich kann mit fühlen. Krisen kenne ich, mein Verhalten in der Krisensituation war zerstörerisch und abwertend gegen mich und gegen die Mitmenschen, (sich selber verletzten, sich betrinken, ausrufen usw. Ich brauchte lange, bis ich merkte, dass mein destruktives Verhalten die Krisen nur noch verschlimmerten. Die Menschen wanden sich mit der Zeit von mir ab. Sie hielten mich nicht mehr aus. Mein Psychologe öffnete mir die Augen, als er mir einmal sagte:“ Krisen und alle ihre schlimmen Erlebnisse, geben Ihnen nicht das Recht, die ganze Welt zu verdammen, gegen sich und alles zu sein, reden Sie mit mir. Brauchen Sie die viele destruktive Energie für das schönes im Leben und auch für die Mitmenschen. Diese Sätze stimmten mich nachdenklich. Ich brauchte lange bis ich das Gehörte umsetzten konnte, benötigte viel Hilfe, aber seit da geht es mir viel besser. Ich wünsche Dir ganz viel Schönes im Leben.
    Grüsse Hansruedi (klicke ich mich aus, bin lieber der Leser,als Schreiber)

  6. Hallo Hope, ich danke Dir für diesen Beitrag. Dies waren meine Gedanken, eine Geschichte die ich erlebt habe. Natürlich habe ich mich auch gefragt ob ich überhaupt berechtigt bin über mich zu schreiben, vor allem das vom Letzten Jahr, auch jetzt noch, aber wie Du geschrieben hast es sind einfach meine Gedanken. Und gerade diese Themen regen an die eigenen Erlebnisse kundzutun. Obwohl ich ja nicht gerade hilfreiche Blogs geschrieben habe.

    Gruss S

  7. Hallo,

    Es geht mir gerade sehr viel durch den Kopf.Im Moment gibt es überall grosse Schlagzeilen von diesem Typ der 114 Kinder missbraucht hat, und da fällt es einem verdammt schwer nicht zu fragen WARUM?Und darum ich danke Gott und Marlise Santiago für diesen Blog wo wir Betroffene austauschen und erzählen dürfen und
    verstanden werden,und wo wir hilfreiche Beiträge lesen dürfen und Tipps bekommen, auch für nicht Betroffene um in unsere Erlebnisse zu schauen und vielleicht auch es zu verstehen.Ich will versuchen immer wieder den vergänglichen Tag abzulegen und den neuen Tag wieder anzunehmen.

    Gute nacht

    Hope

  8. Liebe S,

    Ich kann dich sehr gut verstehen was bei dir abgegangen ist als dein Mann so Äusserungen von sich gegeben hat,den ich mag dieses ekelhafte reden auch überhaupt nicht hören,weil es einem so zurück schmeisst in die Vergangneheit in das Geschehen von damals,so geht es mir.Weiss er von deiner Geschichte?Konntest du mit ihm darüber reden oder bist du alleine damit in deiner Familie?

    Liebe Grüsse

    Hope

    • Hallo Hope, mein Mann weiss von meiner Geschichte, das ist genau das was mich so daran stört, dass es so einen Satz von sich gab. Sonst haben wir es gut, er ist sehr witzig und wir können auch immer wieder darüber lachen, aber das ging zu weit. Ich schaffe es aber nicht mit ihm darüber zu sprechen, vielleicht aus angst dass er dies wieder abtut. Er sagt aber immer wieder dass ich ihm alles sagen kann, aber ich schaffe es einfach nicht. Er fragt auch immer ob ich ihm vertraue, aber genau mit dem habe ich grosse Mühe, was heisst Vertrauen? Ich kann damit nichts anfangen. Ich habe ihm auch nicht von meiner jetztigen Krise erzählt, da ich im Dezember schon ne Krise, aber da gabs Probleme mit Ihm und meiner Therapeutin, die wollten unbedingt dass ich wieder Psychpharmaka nehme, sonst Klinik, das wollte ich nicht. Er meint jetzt dass ich die nehme, nur dammit er ruhe gibt. Sonst fängt er wieder damit an, er weiss nicht was er mit mir machen soll, usw. Ich weiss ja dass ich eine Krise habe, aber da ich das schon kenne von früher, es ist mir bekannt, und so ist es evt. schwierig für mich da drin zu verharren. Wie geht es Dir?

      Gruss S

  9. Eigentlich wollte ich mich ja aus klinken, doch der erste Beitrag von Hansruedi und den anderen haben mich sehr nachdenklich gestimmt. Es geht mir nicht ums bewerten, sondern einfach ums wahrnehmen was ist. Ja auch mir ist es schon öfters passiert, dass ich Sachen geschrieben oder auch gesagt habe, die ich ein anderes Mal unterlasen würde. Manchmal habe ich Gedanken wie ein Rennpferd 🙂 das zu wenig überlegt, was das, was ich in den Blog schreibe eigentlich bewirkt. Eigentlich bin ich euch sehr dankbar für euren Beitrag. Den er hat mir die Augen und Sinne geöffnet. In Zukunft werde ich mich vorher fragen: Was ist die Absicht meines Beitrages? Ist es sinnvoll und hilfreich auch für andere die das lesen? Ist es notwenig dass ich das schreibe? Es ist so verführerisch, die Gedanken sprudeln zu lassen, schwups… klickt man auf senden und schon ist es passiert…….zu spät. Ich hatte auch schon Schuldgefühle, Scham und Ängste deswegen. Es ist wie es ist und nun kann ich es besser machen. Raus aus den Vorwürfen. Wie Frau Santiago so gut schreibt, nicht ins Drama gehen. Ich hab einen wertvollen Tipp bekommen, dass ich den Bericht zuerst im Word schreibe, etwas ruhen lasse und danach nochmals überlege, ob ich es wirklich so absenden möchte. Vielleicht ist dieser Tipp ja auch hilfreich für andere ? Was ich mir wünschte, wäre, dass viele verschiedene Blogbesucher und Blogbesucherinnen den Mut haben, zu schreiben. Wie bist du aus deiner Vergangenheit rausgekommen? Oder gar nicht erst ins Drama reingekommen? Was war für dich hilfreich, lustvoll, begeisternd? Was war entscheidend, dass du dein Leben in die Hand genommen hast? Dass es so wundervoll ist, wie es ist? Bin ja nicht neugierig nur eben interessiert 🙂

  10. Hallo S
    Ich hatte auch erneut vor drei Wochen einen Nevenzusammenbruch weil einfach alles zuviel wurde,ich bin sehr tief am verarbeiten und möchte auch versuchen nicht immer wieder da zurück zu kehren.
    Ich kann dich sehr gut verstehen und auch nachvollziehen das du mit deinem Mann nicht darüber reden kannst.Ich bin auch in einer Beziehung und es fällt mir auch sehr schwer mit meinem Lebenspartner über mich und meine Vergangenheit zu reden,oder ihm zu erzählen was ich in den Therapiestunden besprochen habe,obwohl er kennt meine Geschichte.Ich weiss auch nicht warum das es mir so schwer fällt,oder doch?Ich glaube weil ich so lange geschwiegen habe muss ich zuerst wieder lernen zu vertrauen und zu reden,den ich möchte ja eigentlich mit ihm gemeinsam durchs LEBEN gehen.Ich muss zur Zeit auch sehr viel Medikamente nehmen,ich war früher immer gegen die Chemie,aber es geht einfach nicht mehr anderst und somit habe ich gelernt das die Medikation zu mir gehört und mir sehr viel Lebensqualität gibt.Und ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben einfach mal frei zu leben,mit dem was war umzugehen und das Schöne zu entdecken.
    Das mit dem Vertrauen verstehe ich dich und es ist auch nicht einfach nach solchen ekelhaften Geschehen wieder jemandem zu vertrauen.Ich muss es auch lernen,und ich will es wieder lernen,und ich glaube es lohnt sich unser Leben wieder in die Hand zu nehmen.Ich hätte es nie gedacht das ich das mal erleben darf das ich jemandem mein ICH anvertrauen kann,so sein kann wie ich bin,mich als kleines Kind fühlen(obwohl ich mich manchmal dann blöd vorkomme,doch eine Stimme sagt dann,es ist o.k.ich darf sein wie ich bin und mir wird nichts geschehen.
    LG

    Hope

    • Hallo Hope, ich war in der Nacht schon dran zu schreiben, aber der Akku vom Laptop war auf einmal leer. Ich bin seit Oktober/ November dran mit meiner Krise, und habe das Gefühl dass ich jeden Tag mehrmals kurz vor einem Zusammenbruch stehe. Aber ich schaffe es nicht die Vorschläge, übungen oder das was mir meine Therapeutin mit mir vorhat umzusetzen oder annzunehmen, auch wenn ichs könnte, ich hätte es ja doch nicht verdient. Ich bin so blockiert, ich kann mich nicht konzentrieren.
      eine Frage noch: Hast du schon mal erfahrung gemacht mit Hypnose oder Rückführung?
      Schönes wochenende allerseits

      Gruss S

  11. Worum es in diesem Blog geht, steht unter ÜBER DEN BLOG. Warum sich einige ausklicken? Vermute – weil „ÜBER DEN BLOG“ zuwenig beachtet und wertgeschätzt wird?

    ÜBER DEN BLOG:
    Santiagoblog – lesen, nachspüren, denken, geniessen, teilen …
    Grüezi und herzlich Willkommen
    Hier greife ich Themen aus den Medien, meiner Praxis, dem Leben usw., rund um Sexualität, Körper und Beziehung auf. Meines Erachtens werden diese Themen in der Öffentlichkeit oft einseitig, unbedacht und lifestyleorientiert abgehandelt und wahrgenommen. Natürlich schreibe ich aus der Sicht und der Erfahrung der Körpersexualtherapeutin, die auch das zu sehen und zu hören bekommt, was im Alltag und in Beziehungen meist gut gehütet und versteckt wird, und die täglich mit den Auswirkungen unserer übersexualisierten und pornografisierten Gesellschaft konfrontiert wird. Ich sehe mich jedoch keineswegs als der Weisheit letzter Sch(l)uss, sondern eher dazu berufen, ausgeblendete Facetten sichtbar zu machen. Und ich freue mich auch, wenn mit der Zeit ein reger Austausch entsteht.

  12. Hallo Zusammen,

    Ich bin jetzt völlig durcheinander und weiss nicht mehr ob ich jetzt noch über mich schreiben darf oder nicht?
    Kerstin, wie meinst du das,das der Blog zuwenig beachtet und wertgeschätzt wird?Ich schätze diesen Blog sehr und habe hier und mit Frau Santiago gelernt über mich zu sprechen,das heisst ich bin am Anfang.
    Ich fühle mich grad sehr leer und hilflos,weil ich das Gefühl habe mein Weg sei jetzt unterbrochen worden.

    Hope

  13. Liebe S,

    Ich bin echt völlig durcheinander,doch ich möchte dir noch antworten auf deine Fragen.Nein,ich habe noch keine Erfahrungen gemacht mit Rückführungen und Hypnose,obwohl ich auch schon daran gedacht habe.Doch irgendwie habe ich das Gefühl es sei nicht das richtige für mich und ich glaube ich würde mich auch nie Hypnotisieren lassen,weil ich zuviel Angst davor habe nicht zu wissen was geschieht.Ich glaube das ich mit meiner Therapeutin und Frau Santiago auf dem richtigen Weg bin,den ihnen vertraue ich.
    Und liebe Seraina,du hast sehr wohl viele liebe gute Menschen verdient die dir helfen wollen,versuche zu lernen ihnen zu vertrauen.Ich weiss das ist verdammt schwer und auch ich hatte lange das Gefühl: das GUTE nicht vedient zu haben.Auch ich bin immer noch am lernen zu vertrauen.Ich vertraue wohl meinen zwei Therapeutinnen,doch ich merke auch, wie da immer noch eine Schutzfolie um mich herum ist,Vorher war es eine dicke Mauer bei ihnen.
    Ich möchte dich ermutigen zu versuchen dich immer ein wenig mehr deinen vertrauten Menschen zu öffnen,oder denen Menschen die dir helfen wollen zu öffnen,deiner(n) Therapeutin(innen).

    Liebe Grüsse

    Hope

  14. Hallo Hope danke für Deine Antwort. Das mit der Rückführung hatte ich mal von jemandem gehört, aber es klang damals schon sehr bedrohlich für mich. Kürzlich hat mir das jemand empfohlen, aber meine Therapeutin rät mir davon ab.

    Ich habe das Gefühl dass meine Anwesenheit hier im Blog momentan nicht sonderlich erwünscht ist, und das es mir auch nicht sonderlich gut tut, obwohl das nebensache ist. Ich sehe es an den Einträgen dass sich viele daran stören wie ich hier sehr negativ und selbstzerstörerisch schreibe. Darum werde ich mich wohl eine Zeit lang rausnehmen.
    Alles Gute an euch alle und vielleicht bis bald.

    Gruss s

    • Guten Morgen!
      habt ihr schon aus dem Fenster geschaut, was für ein wunderbarer Tag sich da draussen anbahnt? Von meinem Fenster aus sehe ich in die rot beleuchteten Alpen. Auf der Wiese, da wo noch keine Sonne hinscheint, liegt Rauhreif. Die Ackerfurchen sind beleuchtet, so dass es aussieht wie wenn sich ein riesiges Stück Cord-Stoff auf dem Boden ausgebreitet hätte. Wenn ich diese Bilder auf mich einwirken lasse, spüre ich, wie meine Brust ganz lebendig wird, und ich verspüre den Impuls mich zu bewegen, einfach so. Vielleicht aus purer Freude über mein lebendiges Herz.
      Ja selbstverständlich dürft ihr über euch schreiben, wenn ihr beim Thema bleibt, einander fragen, wie ist es bei dir, euch austauschen über Schwieriges, und eben auch das kleine Schöne, das immer auch da ist, das aber nicht immer so einfach zu erkennen und zu erfahren ist. Ich weiss. Ich weiss aber auch, dass das wachsen darf.
      Womit ihr dabei halt rechnen müsst, ist dass nicht alle im gleichen Masse Freude haben an jedem Eintrag. Und es ist dann auch das Recht der Anderen, zu sagen, he he ein bisschen achtsamer bitte, so genau wollen wir das jetzt nicht wissen, oder diese Stimmung passt nicht so ganz auf diesen Blog. Das wurde offensichtlich bei Serainas Eintrag vom 2.2. so empfunden, und auf eine für mich annehmbare Art und Weise kundgetan. Wichtig ist: Eine Kritik zu einem Verhalten ist keineswegs gleich zu setzen mit «du bist daneben». Verwechselt das bitte nicht! Eure Beiträge sind willkommen, aber achtet darauf, in welchem Ton sie daherkommen, und dass ihr beim Thema bleibt. Geniesst den Tag!

  15. Hallo,

    Ich weiss echt nicht ob ich mich jetzt auch ausklinken soll,denn ich habe das Gefühl meine Beiträge werden nicht verstanden und ich fühle mich auch nicht verstanden.Wo sollen wir dann uns anvertrauen,nicht hier?ISt es besser wenn man sich wieder verkricht?Es geht mir gerade wie in meiner Kindheit und ich getraue mich nicht mehr zu reden.

  16. Liebe Ursi
    Ratschläge sind Schläge, deshalb hier ein paar wohlgemeinte Tipps 🙂 Es sind ein paar Gedanken die dir vielleicht helfen können?! Hast du schon mal geschaut, wahrgenommen wie viele Beiträge du geschrieben hast zu diesem Thema? Wer sonst noch geschrieben hat? Vielleicht ist weniger mehr? Wie wäre das für dich vom Gefühl her, wenn eine andere Person das machen würde? Wie fühlt sich das an für dich? Ich selber war auch schon in der Situation, dass ich Menschen mit meinen ausführlichen Berichten zugedeckt habe und diese Fragen, haben mir geholfen, das zu verändern. Fühlt sich jetzt besser an. Damals war ich verletzt und hatte es natürlich auf mich bezogen. Frau Santiago beschreibt es hier sehr wohl wollend und aufbauend, wie man damit umgehen kann. Tagebuch schreiben ist auch eine gute Art, wenn man niemanden hat zum reden. Alles Liebe La Luna

    • Guten Tag Hope und alle
      Hast du meine gestrige antwort gelesen? Eure beiträge sind erwünscht! Lies das noch mal: Eure beiträge sind erwünscht. Versucht einfach beim thema zu bleiben.
      Aber wenn man sich äussert, muss man auch damit rechnen, dass es nicht allen gleich gut gefällt, auch diese anderen dürfen sich äussern. Auch achtsam bitte. Und ich werde chli achtsamer sein, und vermehrt was rauskippen, was mir allzu zerstörerisch scheint.
      Und diese äusserung gefällt dafür dir nicht. Deine reaktion darauf, und die reaktion vieler anderer menschen ist dann so, wie ein kleines kind, das verzweifelt ist, wenn es nicht geliebt wird. Und das kennst du, das kennen wir alle. Darum ist es so wichtig, achtsam zu sein. Und eine kritik wird manchmal wie liebesentzug empfunden. Ist es aber nicht! In diesem fall wollten einige einfach sagen, he chli achtsam bitte. Sie haben nicht gesagt, dass es dich gibt ist scheisse, halt die klappe.
      Bitte bitte lernt das zu unterscheiden. Schön, gibt es dich Ursi, schön, dass du dich langsam getraust zu reden. Lass dich nicht verunsichern, sondern achte auch wo du was erzählst. Ja ja ich weiss, ist nicht so einfach das auseinander zu halten wenn der boden noch ein bisschen wacklig ist, wenn da noch wenig selbstvertrauen ist. aber mit der zeit verankert sich die gewissheit ich hab das recht zu leben, ich bin wertvoll immer mehr. wende dich immer wieder zu deinen erfahrungen damit. Oh, ich fühle mich wertvoll an, das hast du ja auch erlebt. Oh, ich werde ja gehört, das hast du auch erlebt usw.
      Habt ihr übrigens schon rausgeschaut heute? Ich stand vorhin auf dem balkon, brr, morgenkälte am körper, im ohr das grummbrummen eines traktors, es riecht nach silofutter, und vor augen habe ich, dass es wieder ein wunderbarer tag werden wird. Die bergspitzen rot, die wiesen rauhreifig, und mein magen knurrt, endlich zeit zu frühstücken 🙂 freut euch über den Tag!

  17. ich würde es schade finden,wenn der Blog schon fast durch Missverständnisse kaputt gemacht würde.Vorallem würde ja nicht der Sinn dieser Seiten erfüllt werden über die sich Frau Santiago sicher Gedanken machte.Der Blog ist ja für uns (für alle) so dass jeder seine Meinung oder seine Geschichte(n) äussern kann.Ich denke dass jede(r)der hier schreibt oder auch (nur)liest mit den gleichen oder ähnlichen Problemen zu kämpfen hat und auf der Suche nach einem neuen Weg,oder einen neuen Lösung ist…Darum ist er ja da,und darum gibts sicher den Blog.Ich gehe zu Frau Santiago und ich fühle mich schon schlech und scheisse,weil ich 35 bin und noch nie sex hatte,noch nie wirklich einen Freund.Aber seit 2 Monaten kann ich Tampons benutzen…doch seit ich in diesen Themen lese muss ich feststellen dass es mir ja eigentlich gut geht ?!Ja es geht mir gut weil ich mich seit neustem auf die Mens freue,die,die ich vorher so hasste und mich ausräumen wollte dass ich Ruhe davor habe….Vielleicht müssen die Beiträge sorgfältiger und mit etwas mehr Beachtung gelesen werden,sich vielleicht auchmal in die Situation des anderen versetzten.Vielleicht kann man ja auch untereinander die Mail Adresse austauschen wenn man einander mehr zu erzählen hat,oder auch seine Erfolge reinschreiben oder wie man zu diesem Erfolg gekommen ist ? So könnten wir uns gegenseitig helfen (gross)zu werden.So könnte auch Frau Santiago freude an den Seiten haben die sie ja mit liebe aufbaut und die zu uns selbst verhelfen soll und zeigen soll,dass es auch noch andere gibt die genauso (leiden) wie wir.
    Ich wünsche euch noch eine gute Nacht und ihr könnt sicher sein,dass hier niemand (angegriffen wird) !!!

    Karin

  18. Liebe Hope

    Ich wollte dich wirklich nicht verletzen.Das war nie meine Absicht.Ich hab es im guten gemeint, denn ich kenne auch solche verzweifelten Situationen. Ja… ich kannte bis jetzt nur den harten Weg und bin auch streng mit mir selber.Auch ich darf noch viel lernen!Vorallem achtsamer und mitfühlender mit anderen zu sein.
    Tut mir von Herzen leid!

  19. Liebe La Luna

    Es ist o.k.Danke für deine Worte.Ich wusste wirklich nicht ob ich mich nochmals hier äussern soll,nicht wegen dir,sondern weil ich vielleicht nicht für diesen Blog geschaffen bin,oder einfach zu schwach für die einen Beiträge,die ich dann sehr nah an mich heranlasse und erdrinke.Weisst du ich konnte 38 Jahre lang nie jemandem mein scheiss Erlebniss erzählen und hier dachte ich ,hätte das platz und ich habe hier mit meiner Vergangenheit auch wie ein zu Hause gefunden,dachte ich.Ich wollte nie jemanden unachtsam herüberkommen,und weiss nicht genau was ich falsch gemacht habe mit meinen Beiträgen.
    Ich möchte doch auch das Gute und Schöne sehen,aber das andere gibt es auch und ich kann es nicht mehr so einfach streichen und verdrängen.
    Hope

  20. Liebe Hope
    Danke dass du mir geantwortet hast .Hat mich gefreut. Mein Laptop war 3 Tage beim „PC-Doktor“ und deshalb konnte ich deine Botschaft erst heute lesen. Ich weiss von was du redest. Fühle mich oft noch wie ein rohes Ei, bin leicht verletzlich und merke aber auch, dass ich auch andere sehr verletze. Fühle mich manchmal wie ein Elefant im Porzellanladen 😉 Diese Erkenntnis begeisterte mich nicht wirklich. Ich konnte früher nicht reden aus Angst und hatte auch niemanden zum reden. Ich bin auch auf dem Weg wie du und kenne genau solche Probleme. Die Antwort von Frau Santiago an dich sind eigentlich die Antworten auf deine Fragen. Es hilft auch mir, das besser zu verstehen und damit in Zukunft besser umzugehe. Du hast mir geholfen, indem du reagiert hast! Ja, ja …. ACHTSAMKEIT ist gar nicht so einfach……… Ich denke wir dürfen Fehler machen, wir dürfen unsere Meinung sagen und wenn man miteinander das Gespräch sucht, aufeinander eingeht, seine Verletzlichkeit zeigt, kann es sich zum Positiven wenden und aufbauend sein für beide. Schön, dass du mit mir geredet hast Ursi! So, jetzt klinke ich mich aus 🙂 Gute Nacht!

  21. Hallo,

    Es ist für mich schwer zu wissen was ich schreiben darf und was nicht,somit geht es mir wie in meiner Kindheit und ich schweige,weil ich angst habe das mir nicht geglaubt wird oder ich unbewusst nicht achtsam bin,und ich habe dann auch angst das ich wieder verletzt werde durch Äusserungen anderer Menschen,das heisst ich empfinde es dann so verletzlich und für andere ist es dann vielleicht ganz normal.

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